Raku

Die Herstellung meiner Kreationen erfolgt im Wesentlichen in zwei Schritten:

Zunächst ist meine Kreativität bei der Gestaltung und Modellierung des Tons zu eines der unverwechselbaren Tiere gefragt. Sobald ich mit der Figur zufrieden bin, folgt der Schritt des Brennens. Dazu nutze ich eine bestimmte Technik, die sich Raku nennt und ursprünglich aus Japan stammt.

Erst dadurch erhalten die Figuren ihr einzigartiges Muster, welches auch Krakelee genannt wird.

Im ersten Teil des Brennvorgangs erfolgt der sogenannte Schrühbrand, bei dem die Figuren langsam auf ca. 900 °Celsius erhitzt werden. Nach dem Brennvorgang sind die Figuren komplett trocken.

Den gebrannten Ton nennt man nun Scherbe. Diese muss nun ebenfalls langsam im Ofen abkühlen. Die Oberfläche bleibt porös, was für den nächsten Schritt wichtig ist.

Auf die ausgekühlte Figur trage ich nun die Glasur auf. Die Glasur wird aufgrund der Porosität der Scherbe gut aufgenommen und sorgt nach dem erneuten Brennen dafür, dass der Ton dicht, also wasserbeständig, ist.

Im zweiten Teil der Herstellung verwende ich den Raku-Brand. Zunächst einmal unterscheidet sich der Brand nicht vom normalen Brennvorgang, der nach jeder Glasur notwendig ist. Die Figuren werden wieder langsam erhitzt. Bei dem verwendeten Ton und Glasuren steigt die Temperatur im Ofen langsam auf bis zu 1040 °Celsius an. Wenn dieser Punkt erreicht ist, beginnt der Unterschied zum normalem Brennen.

Sobald die Glasur glänzt, nehme ich die glühenden Figuren mit einer langen Zange aus dem Raku-Ofen und lege sie behutsam auf ein Bett aus organischem Material wie trockenes Laub, Stroh und Hobelspäne. Das Bett selbst ist in einer Metallkiste vorbereitet, die ich unmittelbar nach dem Reinlegen mit zusätzlichen Holzspäne befülle, bis es Feuer fängt.

Anschließend verschließe ich die Metallkiste luftdicht. In der Kiste passieren jetzt mehrere spannende Dinge:

Der extreme Temperaturunterschied zwischen Ofen und Außentemperatur führt zu winzigen Rissen in der Glasur und Scherbe. Diese Risse werden als Krakelee bezeichnet und machen zum Teil den Charme der Figuren aus. Beim normalen Brennen würde man die Scherbe nach dem Brand wieder langsam abkühlen lassen, damit sich keine Risse bilden. Doch in meinem Fall ist genau das gewünscht.

Denn in der Metallkiste fängt das Bett aus trockenen Blättern durch die glühende Figur an zu brennen. Ein sogenannter Reduktionsbrand ist entstanden. Da ich die Kiste schnellstmöglich luftdicht verschließe, kann das Material nur so lange brennen, wie Sauerstoff vorhanden ist.

Die nicht glasierten Bereiche und die Haarrisse werden durch den Kohlenstoff grau bis tief schwarz gefärbt.

Diese Art des Brennens erfordert neben sehr genauem Arbeiten auch viel Erfahrung, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.